Category: Beratungsmarkt
Consulting Monitor 2015: „Der Beratungsmarkt wird digitaler, jünger, fluider“

Gute Berater zu finden ist heute die größte Herausforderung für Unternehmensberatungen: 50 Prozent sagen, dass es ihrem Arbeitgeber immer schwerer fällt gute Berufseinsteiger zu finden, 71 Prozent sagen, dass es für die Consulting-Firmen in Zukunft noch schwerer wird und 65 Prozent benennen dynamische Digital-Firmen als große Konkurrenz bei der Gewinnung von High Potentials. Das ist das Ergebnis des Consulting Monitors 2015 von Odgers Berndtson. Das auf Executive Search spezialisierte Unternehmen fühlt einmal im Jahr am Puls der deutschen Senior Consultants oder Partner. Dieses Mal waren es 175 zumeist sehr erfahrene Beratungsprofis. Anfang Mai wurden die Ergebnisse veröffentlicht.

Der Beratermarkt wandelt und digitalisiert sich

Im Gegensatz zum vorigen Jahr, wird der Wandel im Beratermarkt nicht mehr so dramatisch gesehen. Nur noch 60 Prozent sehen das Geschäftsmodell der klassischen Beratungen unter Druck (Vorjahr 81 Prozent). Dennoch sehen 75 Prozent einen massiven Druck, sich kurz- und mittelfristig zu verändern. Besonders die Digitalisierung spielt eine große Rolle: 69 Prozent der Befragten sehen im Aufbau von Tochterfirmen und Joint Ventures für das Digital Business einen strategisch wichtigen Schritt. Zwei von drei sehen auch, dass sich die Beratungsleistung zunehmend digitalisieren wird so zum Beispiel durch Big Data oder Data Analytics.

Freelancer und  Berater-Netzwerke gewinnen an Bedeutung

41 Prozent sehen Berater-Netzwerke als zunehmende Konkurrenz klassischer Consulting-Firmen. 42 Prozent der Befragten können sich vorstellen, selbst als freiberuflicher Berater tätig zu sein. „Immerhin zwei von fünf Beratern können sich heute vorstellen, als Freiberufler am Markt tätig zu sein – frei, flexibel, selbstbestimmt. Dieser Trend wird mit großer Wahrscheinlichkeit verstärkt, wenn die heutigen Young Professionals der sogenannten Generation Y ihrem häufig geäußerten Wunsch nach flexibleren Arbeitsmodellen nachkommen möchten“, so Studien-Autor und Consulting-Experte Daniel Nerlich, Senior Manager bei Odgers Berndtson.  Flexibilität steht auch an oberster Stelle der Maßnahmen, die für die Generation Y angeboten werden soll, neben besseren Weiterbildungsangeboten und inhaltlich attraktiveren Aufgaben.

Industrie, Spezialberatungen und Berater-Netzwerke sind attraktiv

Traumjob Unternehmensberater? Eine attraktive Position in der Industrie ist für zwei Drittel der Befragten ein wünschenswerter nächster Karriereschritt, auch spezialisierte Beratungen sind für die Hälfte eine Option. Überraschend ist, dass dann schon Freelancer-Netzwerke an dritter Stelle rangieren, noch vor den großen Beratungskonzernen oder Wirtschaftsprüfern. Insgesamt scheinen die Consultants sehr zufrieden zu sein mit ihrem Job, aber auch gerne einmal auf die andere Seite in die Industrie zu wechseln.

Ziele für den Karriereschritt

Consulting Monitor 2015: Ziele erfahrener Unternehmensberater für ihren nächsten Karriereschritt

„Der Beratungsmarkt wird digitaler, jünger, fluider“

Wie fühlt sich der Berater beruflich, was sind seine Karrierepläne und was erwartet er von seinem Arbeitgeber – der Consulting Monitor von Odgers Berndtson zeichnet ein sehr gutes Stimmungsbild der Berater-Branche. Daniel Nerlich: „Dem Pessimismus der vergangenen Jahre folgt eine zunehmend konkretere Vision vom Beratungsmarkt der Zukunft. Der Beratungsmarkt wird digitaler, jünger, fluider – und bietet dem einzelnen Berater noch immer viele individuelle Chancen.“

Die gesamte Studie gibt es hier als PDF zum Download: Studie Consulting Monitor 2015

 

 


Brand eins Berater Ranking: Die 278 besten Consultants

Bereits zum zweiten Mal haben im Mai 2015 Brand eins Wissen und Statista ihr Ranking der besten Unternehmensberater in Form eines Branchenreports veröffentlicht. Insgesamt wurden 278 Beratungsunternehmen in 13 Branchen und 14 Beratungsfeldern ausgezeichnet. Dazu wurden Berater und Klienten im November 2014 per E-Mail befragt und laut Statista haben 1439 Personen. Zu den ausgezeichneten Beratungen gehören die Branchengrößen, aber auch kleine Beratungen von 1K – Die Krankenhausberater bis ZMM Zeitmanager München. 278 ausgezeichnete Beratungen? Das klingt sehr viel. Ist das Ranking damit wirklich aussagekräftig?

Branchenreport Consulting

Der Branchenreport von Brand eins Wissen und Statista

McKinsey punktet in 27 von 27 Kategorien

Manche Ergebnisse sind denn auch „consulting legends“. So wird McKinsey in allen 27 Bereichen ausgezeichnet. Die großen Managementberatungen wie Roland Berger (26), Boston Consulting (25), Strategy& (23), AT Kearney (21), Bain (20) und Oliver Wyman (17) folgen. Auch die Big 4 der Wirtschaftsprüfer werden in zahlreich Kategorien bedacht: Überraschenderweise führt hier Deloitte (24) knapp vor Ernst & Young (23), während PWC (13) und KPMG (12), die beide in den Fink-Rankings sehr gut abschneiden, abgeschlagen dahinter liegen. Die großen Technologieberater können bei Brand eins/Statista häufiger punkten – allen voran Accenture mit 26 Platzierungen, aber auch Cap Gemini (22) sowie IBM (15). Die deutschen Beratungshäuser wie Horvath (13), Kienbaum (12) und Simon-Kucher (7) konnten sich trotz ihrer klaren Spezialisierung in vielen Beratungsfeldern und Klientenbranchen vorne platzieren.

Statista Berater-Ranking 2015

Zahlreiche kleine Beratungen ausgezeichnet

Überraschend ist das Abschneiden von wirklich kleinen Beratungen mit einer Handvoll Beratern und das Fehlen von Namen wie Advancy oder Kloepfel Consulting. Hier würde man gerne mehr über die Anzahl an Antworten wissen. Nehmen wir an, dass rund die Hälfte der abgegebenen Stimmen von Beratungsklienten kommt – was erfahrungsgemäß eher optimistisch ist, so wären dies rund 720 Stimmen. Da sich Entscheider aus Kundenunternehmen eigentlich nur in einer Branche und vielleicht in zwei bis drei Beratungsthemen wirklich auskennen können, würden bereits wenige Nennungen von Beratungsklienten für eine vordere Platzierung reichen. Ein weiterer Kritikpunkt: Dadurch dass das Siegel nur für einen Geldbetrag genutzt werden darf, bleibt ein Geschmäckle.

Das Berater-Ranking von Statista verbessert sich

Insgesamt ist das Berater-Ranking von Statista und Brand eins Wissen interessant durch seine Breite und Offenheit. Nach der Premiere im vergangenen Jahr scheint Statsita zudem die Methodik weiter verfeinert zu haben. Denn unter den gelisteten Kleinberatungen finden sich zwar weiterhin einige Perlen mit erwiesener Fachkompetenz wie Schickler, jedoch auch deutlich weniger wirklich unverständliche Wertungen. Vielleicht gelingt es Statista, die Befragung noch weiter zu verbessern und so qualitativ zu den etablierten Rankings aufzuschließen. Die quantitativen Marktforschungsergebnisse aus dem Hause Lünendonk und die ausgefeilten Fink-Analysen bieten nämlich aus meiner Sicht heute noch mehr Transparenz und belastbarere Ergebnisse. Eine spannende Ergänzung ist das Ranking bereits jetzt.

Den Beitrag zum Brand eins Berater Ranking 2016 finden Sie hier.


Die ausgezeichneten Berater. Ein Überblick der besten Consulting-Firmen

Der Beratungsmarkt ist fragmentiert. Neben den Großen der Branche tummeln sich eine ganze Reihe von Spezialisten. Wichtige Orientierung lieferten hier zuerst die Hidden Champions Studien von Prof. Fink. und später seit 2010 der Best of Consulting Wettbewerb der Wirtschaftswoche. Inzwischen konnten sich einige Unternehmensberatungen bei den beiden Rankings platzieren, so dass selbst Fachleute langsam den Überblick verlieren.

Eine Hall of Fame der besten Consulting-Firmen in Deutschland

Die Zeit ist also reif für eine Art Hall of Fame des deutschen Consultings – mit einer Einschränkung. In dieses Meta-Ranking hat Consultingmarket.de nur die Beratungsspezialisten aufgenommen. Denn die beiden zugrundeliegenden Rankings haben vor allem den Anspruch, das mittelständische Segment zu beleuchten. Für die Roland Bergers, Simon Kuchers, BCGs, AT Kearneys oder EYs verweise ich auf das etablierte und sehr ausdifferenzierte Ranking von Prof. Fink im Manager Magazin.

Die besten Beratungsboutiquen

Die Sieger im Überblick

Nun aber zu den Beratungsspezialisten. Wer gehört nun also zu den besten Consulting-Unternehmen? Seit Jahren ausgezeichnet werden Horváth und Partner in beiden Rankings. In ihrer Spezialdisziplin Finanzmanagement und Controlling haben die Stuttgarter ziemlich alle Preise abgeräumt, die zu vergeben waren. Mit insgesamt fünf Auszeichnungen ist Horváth in der Gesamtwertung von Hidden Champion Ranking und Best of Consulting Wettbewerb die beste Managementberatung überhaupt. Inzwischen ist das Beratungshaus auch in Sachen Umsatz und Mitarbeiter eine etablierte Größe auf dem Beratungsmarkt und in den Top 10 der deutschen Managementberatungen von Lünendonk gelistet.

Preise als Fluch und Segen

Anders als die kleine Spezialberatung Barkawi, die es nicht in die Lünendonk-Liste schafft. Das ausgezeichnete Renomee hat bei der SCM-Boutique nicht zu einem besonderen quantitativen Wachstum geführt. Viel mehr als 100 Mitarbeiter haben die Münchner nicht – vielleicht auch, weil die Barkawi Group inzwischen mehr ein Inkubator für Geschäftsideen ist, als ein reines Consulting-Unternehmen. Dass man sich mit Preisen kein Wachstum kaufen kann, ist auch bei Kerkhoff der Fall. Das Geschäft der Beratung, die regelmäßig Spitzenplätze im Bereich Einkauf eingenommen hat, hat in den vergangenen Jahren stagniert.

Ranking als Orientierung für (Auf-)Käufer von Beratungen

Dass das Geschäft stagniert, kann man wiederum von goetzpartners nicht sagen. Das über lange Jahre moderate Wachstum zog in den vergangenen Jahren deutlich an, mit dem Ergebnis, dass das Beratungsunternehmen für Strategie, M&A und Transformation heute in den Top 10 der deutschen Managementberatungen von Lünendonk platziert ist. Ganz verschwunden vom Markt ist TellSell. Denn KPMG hat den Hidden Champion für Business Development akquiriert – genauso wie den Einkaufsspezialisten Brainnet. Die Übernahme von J&M Management Consulting durch EY und von Management Engineers durch Booz & Company, heute als Strategy& Teil von PWC, zeigen, dass die Rankings ein wichtige Orientierung geben – nicht nur für Klienten von Beratungsunternehmen, sondern auch für deren Aufkäufer. Die Rankings sind fast schon so etwas wie eine Einkaufsliste, wenn die Großen der Branche anorganisch wachsen wollen.

Quellen: Die Hidden Champions des Beratungsmarktes 2012, 2009 und 2006. Best of Consulting, 2010ff.


Arbeitgeber Ranking Consulting 2014: Die besten Unternehmensberatungen nach Kununu

Betrachtet man die Stellenanzeigen von Unternehmensberatungen, fällt heute auf, dass viele Beratungshäuser eine Auszeichnung als Arbeitgeber erhalten haben. Das hat zwei Ursachen. Erstens haben Beratungsunternehmen ein großes Interesse an einer guten Unternehmenskultur. Zweitens gibt es inzwischen in Deutschland eine Vielzahl von Arbeitgeber-Rankings wie Great Place to Work, Deutschlands Top Arbeitgeber. In der Regel müssen sich Unternehmen für diese Rankings bewerben und einen (kostenintensiven) Prozess durchlaufen. Ein echter Vergleich ist so allerdings nicht möglich.

Arbeitgeber-Bewertung bei Kununu

Kununu verspricht hier Abhilfe. Kununu ist ein Bewertungsportal, auf dem Arbeitnehmer ihre Arbeitgeber anonym bewerten können. Sicherlich muss man die Bewertungen mit etwas Vorsicht genießen, da frustrierte Arbeitnehmer hin und wieder eine Motivation haben, nach ihrem Weggang noch einmal so richtig über ihren ehemaligen Arbeitgeber vom Leder zu ziehen. Andererseits hat so manche Führungskraft – oder ein übereifriger Personaler – auch eine überschwängliche Benotung abgegeben. Sehr wichtig ist es, die Erfahrungsberichte durchzulesen, um sich ein differenziertes Bild zu machen. Insgesamt ist die Kununu-Bewertung aus meiner Sicht ein gutes Indiz.

Das Ranking der wichtigsten Managementberatungen

Nachfolgend habe ich die relevanten Beratungen aus der Lünendonk-Liste „Managementberatungs-Unternehmen in Deutschland 2013″ mit den Kununu-Bewertungen am 24.2.2015 ergänzt und sortiert. Bei mehreren Treffern (z.B. durch unterschiedliche Firmierung) habe ich die Bewertung mit den meisten Erfahrungsberichten gewählt.

Kununu Ranking der Beratungen


Wachstumsmarkt Consulting – Deutscher Beratungsmarkt wächst 7 %

Der Markt für Unternehmensberatung ist auch 2014 weiter gewachsen. Wie der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) am 24. Februar mitgeteilt hat, erhöhte sich der Gesamtumsatz der Consultingbranche in Deutschland um 6,4 Prozent auf 25,2 Mrd. EUR. Der Ausblick für 2015 ist sogar noch besser. Der Bundesverband prognostiziert im laufenden Jahr ein noch stärkeres Wachstum von 7,4 Prozent. Entsprechend hoch ist der Bedarf der Beratungsunternehmen nach Mitarbeitern.

Consultingmarket-Germany-2014

Job-Motor Unternehmensberatung

2014 arbeiteten in Deutschland etwa 106.000 Unternehmensberater in knapp 15.400 Beratungsfirmen. Das ist ein Plus von 8,4 Prozent. Insgesamt waren rund 130.000 Mitarbeiter in der Consultingbranche in Deutschland beschäftigt. Grundlage der Studie „Facts & Figures zum Beratermarkt 2014/2015“ ist eine Marktbefragung des BDU von Dezember 2014 bis Januar 2015, an der sich rund 540 Unternehmensberatungen aus dem Gesamtmarkt beteiligt haben. Befragt wurden ausschließlich Beratungsgesellschaften mit einem substanziellen Umsatzanteil in der klassischen Management- und IT-Beratung. Weitere Informationen zur Studie in der Presseinformation.

3 Gründe für das Wachstum

Auch international stehen die Zeichen auf Wachstum. Die Branchenkenner von Sourceforconsulting sehen in ihrer Prognose kurzfristig überall steigende Umsätze. Sie sehen drei Gründe:

1. Die guten Konjunkturaussichten für 2015. Denn Beratungsunternehmen hängen immer ein Stück weit von der allgemeinen Konjunktur ab. Verdienen Unternehmen gut, haben sie auch das Geld, Berater zu beauftragen.

2. Das stabile politische und wirtschaftliche Umfeld trotz aktueller Griechenland- und Ukraine-Krisen. Die Unternehmen fahren nicht auf Sicht wie 2009, sondern können vernünftig planen. Stabilität ist besonders für große Beratungsmandate wichtig.

3. Die hohe Nachfrage von Unternehmen. Unternehmen nutzen immer stärker externe Consultants bei internen Verbesserungsmaßnahmen. So planen 84 Prozent der von Sourceforconsulting befragten Unternehmen für 2015 in ihrer Organisation entsprechende Initiativen (Vorjahr 80 Prozent). 54 Prozent erwarten dabei eine höhere Nachfrage nach Beratern. (Vj. 48 Prozent).