Durch Big Data können Unternehmen immer mehr Daten automatisiert analysieren. Das ist zunächst ein lukratives Betätigungsfeld für Consultants. Neun von zehn Unternehmensberatern sehen in der Veränderung der Unternehmenslandschaft durch Big Data und Data Analytics eine Chance für ihre Branche, so das Consulting Barometer der Personalberatung Lab & Company. Doch einmal eingeführt, können Klienten ihre Daten selbst analysieren und benötigen keine externe Unterstützung mehr dafür. Einige der befragten Teilnehmer des Consulting Barometers sind der festen Überzeugung, dass Junior-Berater durch den Einsatz von Big Data in hohem Maße überflüssig werden. „Wenn ich die große Anzahl von Junior Beratern nicht mehr brauche, dafür aber um so mehr Köpfe mit Erfahrung, geschultem strategischem Denken und Branchenwissen, dann funktioniert das klassische Karrieremodell der Beratungen nicht mehr“, so Franziska Klein von Lab & Company. Denn das Pyramiden-Karriere-Modell der Beratung basiert darauf, dass eine große Anzahl von Berufseinsteigern mit einigen Managern für wenige Partner arbeitet. Es werde daher laut Lab & Company in Zukunft verstärkt darum gehen, die wenigen erfahrenen Berater zu halten und mehr Quereinsteiger zu gewinnen.

Die Zukunft gehört den Trusted Advisors

Laut Marcel Ramin Derakhchan, Managing Partner von LAB & Company, werden zukünftig vor allem solche Beratungsunternehmen Erfolg haben, deren Beratern es gelingt, Vertrauens- und Bezugsperson des Kunden zu sein. „Neben Methodenwissen und C-Level-Tauglichkeit, ist ausgeprägtes Branchen-Know-how sowie ein hohes Maß an emotionaler Intelligenz notwendig“, so Derakhchan. Trusted Advisor ihrer Klienten zu werden, versuchen allerdings viele Beratungsunternehmen mit unterschiedlichem Erfolg. Gerade hat eine aktuelle Studie von Source for Consulting wieder ergeben, dass die Klienten gerne Konzept und Implementierung von unterschiedlichen Beratungshäusern durchführen lassen.

Das Consulting Barometer von Lab & Company 2016

Im jährlichen Consulting Barometer von Lab & Company, das bereits zum vierten Mal durchgeführt wurde, sahen rund drei Viertel der befragten Berater, dass sich die Rolle der Berater stärker in Richtung eines Navigators und Coaches für das Top- Management verändern wird. 72 % glauben, dass die strategische Bewertung von Datenanalysen als Kernaufgabe von Beratern zunehmen wird. Die Fähigkeit, auf unstrukturierte und unklare Fragestellungen durch den systematischen Einsatz von Analytics konkrete Antworten zu geben, wird ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal der Berater werden. Allerdings bleibt zu erwarten, dass für die Bewertung der Daten eher weniger, aber dafür erfahrenere Berater benötigt werden, als für das Erstellen von Basisanalysen.

Trends erschüttern die Beraterpyramide

Zusammenfassend könnte man sagen, dass kurzfristig die digitale Transformation erhebliche Umsatzpotentiale eröffnet, langfristig aber wohl auch disruptive Auswirkungen auf die Branche hat. Erstens weil der Bereich der Datenanalyse deutlich schrumpfen wird und zweitens weil die heutige Beraterpyramide nicht mehr für die Anforderungen der Klienten passt.

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