Wie wird das Jahr 2016 aus Sicht der Unternehmensberater? In der Serie von Consultingmarket.de haben wir CEOs renommierter Beratungshäuser zu den Trends auf dem Beratermarkt befragt.

Marc Kloepfel, Kloepfel Consulting

Marc Kloepfel, Gründer und Geschäftsführer Kloepfel Consulting GmbH

Marc Kloepfel ist Gründer und Geschäftsführer der Kloepfel Consulting GmbH mit Sitz in Düsseldorf. 2007 gründete er gemeinsam mit Efe Duran Sarikaya die Einkaufsberatung Kloepfel Consulting, die sich vor allem auf die Senkung der Einkaufskosten spezialisiert hat – insbesondere verspricht Kloepfel die Reduzierung der Beschaffungskosten, die Optimierung der Einkaufsprozesse und die Verringerung der Produktkosten. Kloepfel Consulting hat sich im Pricing klar positioniert. Die Einkaufsberater aus Düsseldorf setzen nicht auf klassische Honorare, sondern sie lassen sich zu 100 Prozent aus dem erzielten Erfolg vergüten.

Interview mit Marc Kloepfel, Gründer und Geschäftsführer, Kloepfel Consulting

 

Was sehen Sie als großen Trend in der Consulting-Branche 2016?

Marc Kloepfel: Industrie 4.0 sowie immer schneller eintretende globale Veränderungen sind für mich die großen Herausforderungen der Consulting-Branche. Viele Unternehmen wissen heute noch gar nicht, was hinter Industrie 4.0 zu verstehen ist. Das traditionelle Beratungsunternehmen muss sich diesen Fragen stellen und für Schlagworte wie Digitalisierung, Big Data oder Personalmangel Lösungen finden.

Wie erwarten Sie die Nachfrageentwicklung in diesem Jahr?

Marc Kloepfel:Trotz weltweiter Turbulenzen geht es der deutschen Wirtschaft gut. Auch für das kommende Jahr sehe ich wenig Grund zur Besorgnis – der hohe Dollarkurs und der niedrige Ölpreis tun ihr Übriges. Dies sollte sich auch für die Consulting-Branche positiv auswirken. Bei Themen wie Produktionserweiterungen, Globalisierung und Fachkräftemangel greifen Unternehmen gern auf die Hilfe von Spezialisten zurück. Hier wird sich in diesem Jahr wenig ändern.

Wie werden sich die Tagessätze aus Ihrer Sicht entwickeln?

Marc Kloepfel: Ich bin generell kein Fan von Tagessätzen, daher haben wir diese weitgehend aus unserem Honorarmodell genommen. Wir arbeiten erfolgsabhängig und lassen uns an den Effekten unserer Arbeiter beteiligen – no cure, no pay. Aus meiner Sicht geht der Trend immer mehr in Richtung flexiblerer und vor allem leistungsorientierter Honorarmodelle.

Was die Entwicklung von Tagessätzen angeht, spüren wir eine zunehmende Abwärtsbewegung. Die großen Beratungsunternehmen sehen sich mehr und mehr in Konkurrenz zu kleineren, wesentlich günstigeren, Wettbewerbern – häufig auch Interim Managern. Unternehmen verstehen mehr und mehr, dass nicht der Name der Beratung der entscheidendste Faktor ist, sondern die Berater, die das Projekt vor Ort verantworten und durchführen.

Was haben Sie sich persönlich für dieses Jahr vorgenommen?

Marc Kloepfel: Neben den persönlichen Zielen, wie mehr Sport und etwas weniger Stress, ist es mein klares Ziel, die Kloepfel Consulting Gruppe für die Herausforderungen der zunehmenden Digitalisierung in der Supply Chain fit zu machen. Wir wollen für unsere Kunden der erste Ansprechpartner für den zukunftsorientieren Einkauf sein. Hier haben wir einiges vor. Wir planen sowohl Zukäufe wie die Rekrutierung entsprechender Experten, um dieses Feld umfassend mit Kompetenz zu besetzen.

In der Interviewreihe sind bereits Kurzinterviews mit Markus Schweizer, EY und Hans-Georg Scheibe, ROI erschienen.