Mehr als 330.000 Likes auf Facebook und über 230.000 Follower auf Twitter. Mit diesen Zahlen ist alles über die Bedeutung von Social Media für Accenture gesagt. Für die internationalen Strategieberater ist die Bedeutung von Twitter & Facebook allerdings noch größer: In Relation zu ihrer Mitarbeiterzahl haben sie deutlich mehr Anhänger als IT orientierte Beratungsunternehmen oder Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Das spiegelt sich im Social Media Rating von consultingmarket.de wider. In unserem Ranking erzielen Bain, Boston Consulting, McKinsey und Strategy& die besten Werte der Managementberatungen in Deutschland.

Social Media Ranking der Managementberatungen in Deutschland

Die Managementberatungen im Social Web

Berechnungsmethodik des Social Media Rating

Das Social Media Rating (SMR) erhält man, wenn man die Summe der Likes bei Facebook und der Follower bei Twitter mit der Anzahl der Mitarbeiter dividiert. Hierzu haben wir jeweils den internationalen Corporate Account bei Twitter und die Unternehmens-Seite bei Facebook herangezogen. Erfahrungsgemäß nutzen gerade größere Beratungsunternehmen darüber hinaus verschiedene regionale und zielgruppenspezifische Accounts. Zudem twittern hochrangige Manager wie der CEO von EY Mark Weinberger ebenfalls. Da diese komplementär sind, bleibt auch bei einer zielgruppenfokussierten Social Media Strategie jedoch der Corporate Account der wichtigste Indikator für die Social Media Aktivität. Allerdings betrifft dieses Rating nur die Unternehmensaccounts. Eine Ausnahme bildet McKinsey. Mit McKinsey Quarterly haben die Makkies eine sehr reichweitenstarke Social Media Präsenz, die das Unternehmen mit einem SMR von 22,3 an die Spitze katapultieren würde.

Das Social Web ist in Deutschland für Managementberatungen noch Neuland

Der Blick auf die deutschsprachigen Facebook- & Twitter-Accounts zeigt ein ernüchterndes  Bild: Zwar interessieren sich immerhin rund 63.500 Facebook-Nutzer für die „Karriere bei Accenture“-Seite, doch nur 718 folgen dem DACH-Account bei Twitter. Ein deutlich niedrigeres Social Media Rating als die us-amerikanischen Player weisen international bedeutende Managementberatungen aus Deutschland wie Roland Berger und Simon Kucher auf. Die mittelständischen deutschen Managementberatungen wie Kienbaum oder Horváth sind praktisch nicht existent. Insgesamt scheint das Social Web für die Managementberatungen aus Deutschland Neuland zu sein – oder zumindest ein karger, wenig ertragreicher Landstrich.

Fazit zum Ranking Managementconsulting: Je innovativer und internationaler eine Beratung, desto aktiver im Social Web.

Am fruchtbarsten ist das Social Media Feld für die Strategieberater Bain, McKinsey und Co. haben mit Abstand das höchste Social Media Rating. Aus meiner Sicht, kann man aus den Zahlen folgende Aussagen treffen:

1. Je internationaler, desto „sozialer“ : Je globaler das Beratungsunternehmen aufgestellt ist, desto höher ist das Social Media Rating. Gerade bei den großen Managementberatungen existieren internationale Social Media Seiten, die für Bewerber, Consultants und Klienten nutzbar sind. Es ist daher nicht notwendig, eine eigene deutschsprachige Präsenz aufzubauen und zu pflegen.

2. Vordenker nutzen Social Media: Es ist gerade für die klassischen Strategieberater immer wichtiger, sich als innovativer Vordenker zu positionieren, wie die Studien von Prof. Fink ergeben haben. Strategieberater produzieren regelmäßig Studien und Branchenanalysen. Pro Mitarbeiter verfassen sie mehr News und kommunizieren sie entsprechend häufiger auch im Social Web. Die Publikation McKinsey Quarterly hat übrigens alleine mehr als 335.000 Follower auf Twitter.

3. Deutsche Berater vernachlässigen Social Media. Die sozialen Netzwerke spielen im Leben der meisten Managementberater in Deutschland keine Rolle. Gerade in Deutschland gilt Facebook eher als Spielerei für die Freizeit und  Twitter ist – im Gegensatz zu den USA – ein Nischenanbieter für Marketing- und Kommunikationsleute. Das geringe Interesse der deutschen Berater hat vor allem folgende Ursache:

4. Deutsche Entscheider sind nicht im Social Web: Die Klienten der Berater nutzen Social Media nicht für das Business. Deutsche Top Manager (wie zum Beispiel Martin Winterkorn auf Youtube bei seiner Wettbewerbsanalyse) treten eher unfreiwillig in den sozialen Netzwerken in Erscheinung. Nach aktuellen Studien ist dies bei amerikanischen Entscheiden anders. Hier ist Twitter auch für den C-Level standesgemäß. Wenn Berater ihre Klienten aber nicht über das Social Web erreichen, kommunizieren sie nicht darüber.

5. Die besten Beratungen nutzen alle relevanten Netzwerke. Consulting-Unternehmen, die das Social Web intensiv in ihrer Unternehmenskommunikation nutzen, beschränken sich nicht auf ein oder zwei bestimmte. Sie nutzen Facebook, Twitter, Linkedin und in Deutschland auch Xing. Das hat ein stichprobenartiger Vergleich mit den Aktivitäten auf den Linkedin und Xing gezeigt. Wie die deutschen Managementberatungen in den B2B Networks aufgestellt sind, wird eine zukünftige Analyse von consultingmarket.de detailliert aufzeigen.